Semax ist ein kurzes Peptid mit einer Struktur, die sich unmittelbar aus einem natürlichen Hormonfragment ableitet. Die Kürze der Sequenz macht die Analytik vergleichsweise einfach, stellt aber eigene Anforderungen an die Trennung.
Was ist Semax?
Semax ist ein Heptapeptid mit der Sequenz Met-Glu-His-Phe-Pro-Gly-Pro. Die ersten vier Aminosäuren entsprechen dem Fragment 4 bis 7 des adrenocorticotropen Hormons, ergänzt um das C-terminale Tripeptid Pro-Gly-Pro, das die Stabilität gegenüber Peptidasen erhöht. Die Molekülmasse liegt bei etwa 814 Da.
Neben der Grundform ist in der Literatur eine N-acetylierte Variante beschrieben. Acetylierung erhöht die Masse um etwa 42 Da und ist massenspektrometrisch eindeutig erkennbar. Eine Produktbezeichnung ohne Zusatz lässt die Variante offen.
Forschungskontext
Semax wird in der neurowissenschaftlichen Forschungsliteratur beschrieben, überwiegend in Publikationen aus dem russischsprachigen Raum. In der Europäischen Union besteht keine arzneimittelrechtliche Zulassung. Für Laborkontexte ist relevant, dass die verfügbare Literatur unterschiedliche Präparate und Varianten betrifft und dass Zuordnungen ohne analytische Charakterisierung nicht möglich sind.
Analytische Identifizierung
- RP-HPLC auf C18-Phasen mit Wasser/Acetonitril-Gradient. Semax ist ein vergleichsweise polares Peptid und eluiert früh; bei zu schwachem Startgradienten besteht die Gefahr, dass die Substanz im Totvolumen oder nahe daran erscheint und schlecht von polaren Verunreinigungen getrennt wird. Die Detektion erfolgt bei 214 bis 220 nm; das enthaltene Phenylalanin erlaubt zusätzlich eine Detektion bei etwa 257 nm.
- LC-MS bestätigt die Masse um 814 Da als einfach geladenes Ion und trennt zugleich die acetylierte von der nicht acetylierten Form.
Der endständige Methioninrest ist oxidationsempfindlich. Methioninsulfoxid erhöht die Masse um 16 Da und erscheint in der RP-HPLC typischerweise als etwas früher eluierender Nebenpeak. Dieses Paar aus Massendifferenz und Retentionsverschiebung ist ein gut interpretierbarer Marker für die Probenqualität.
Reinheit und analytische Interpretation
Bei Heptapeptiden sind Deletionssequenzen meist gut vom Hauptpeak getrennt, was die Auswertung erleichtert. Praktisch relevant sind vor allem Oxidationsprodukte des Methionins sowie, bei polaren Peptiden, die Frage, ob der Gradient überhaupt eine ausreichende Trennung im frühen Bereich erlaubt. Ein Flächenprozentwert ohne Chromatogramm und ohne Gradientenangabe ist deshalb nicht bewertbar.
Dokumentation und Chargenrückverfolgbarkeit
Eine nachvollziehbare Dokumentation nennt Charge, Methode, Bedingungen und gemessene Masse und weist bei Semax zusätzlich aus, ob die acetylierte oder die nicht acetylierte Form vorliegt.
Lagerung und Stabilität
Wegen der Oxidationsempfindlichkeit des Methionins sind Luftkontakt, Wärme und Licht die wesentlichen Einflussgrößen. Übliche Laborpraxis ist die Lagerung des lyophilisierten Materials trocken, lichtgeschützt und gekühlt, für längere Bestände bei minus 20 Grad Celsius. Die Angaben betreffen ausschließlich die Handhabung von Laborsubstanzen.
Weiterführende Research-Ressourcen
- HPLC in der Peptidanalyse
- LC-MS in der Peptidanalyse
- Peptidreinheit verstehen
- Analytik und Zertifikate
Zugehörige Katalogprodukte
Diese Seite dient ausschließlich der wissenschaftlichen und analytischen Information. Sie enthält keine Dosierungs-, Anwendungs- oder Behandlungshinweise. Produkte sind nicht für die Anwendung am Menschen oder an Tieren bestimmt.