CJC-1295

CJC-1295 existiert in zwei chemisch verschiedenen Varianten, die im Handel unter demselben Namen geführt werden. Die Unterscheidung ist ein Standardfall für massenspektrometrische Identitätsprüfung.

Was ist CJC-1295?

CJC-1295 leitet sich vom Wachstumshormon-Releasing-Hormon ab, genauer vom Fragment GRF(1-29). Gegenüber der natürlichen Sequenz sind vier Aminosäurepositionen ausgetauscht, was die Verbindung gegen enzymatischen Abbau stabiler macht.

  • CJC-1295 ohne DAC, auch als Modified GRF(1-29) bezeichnet, umfasst 29 Aminosäuren mit einer Molekülmasse von etwa 3.368 Da.
  • CJC-1295 mit DAC trägt zusätzlich eine Drug-Affinity-Complex-Gruppe, einen Maleimidopropionyl-Linker an einem zusätzlichen Lysin. Die Molekülmasse liegt dadurch bei etwa 3.647 Da.

Der Massenunterschied von rund 280 Da ist deutlich und macht die beiden Varianten analytisch eindeutig unterscheidbar.

Forschungskontext

Beide Varianten werden in der Literatur zu Wachstumshormon-Sekretagoga beschrieben. Ein zugelassenes Arzneimittel existiert nicht. Für Vergleichszwecke ist entscheidend, welche der beiden Varianten in einem Experiment oder in einer Charge tatsächlich vorliegt, da sich die Moleküle in Masse, Hydrophobie und chromatographischem Verhalten unterscheiden. Aussagen zu einer Variante lassen sich nicht auf die andere übertragen.

Analytische Identifizierung

  • LC-MS ist hier das Verfahren der Wahl. Peptide dieser Größe erzeugen im positiven Elektrospray eine mehrfach geladene Ionenserie, aus der die Masse durch Dekonvolution bestimmt wird. Die Differenz zwischen etwa 3.368 Da und etwa 3.647 Da lässt sich damit zweifelsfrei zuordnen.
  • RP-HPLC auf C18-Phasen mit Wasser/Acetonitril-Gradient trennt beide Varianten ebenfalls, da der DAC-Linker die Hydrophobie erhöht und die Retentionszeit verlängert. Ohne Referenzstandard erlaubt die Retentionszeit allein jedoch keine Identifizierung.

Ein Datenblatt, das lediglich CJC-1295 nennt und einen Reinheitswert angibt, klärt die Variantenfrage nicht. Erst eine Massenangabe oder eine ausgeschriebene Bezeichnung mit oder ohne DAC macht das Dokument eindeutig.

Reinheit und analytische Interpretation

Bei 29 bis 30 Aminosäuren treten typische Syntheseverunreinigungen wie Deletionssequenzen auf, die dem Zielpeptid chromatographisch nahe liegen. Ein hoher Flächenprozentwert schließt solche Nebenprodukte nicht sicher aus. Bei der DAC-Variante kommt hinzu, dass eine unvollständige Konjugation zu einem Gemisch aus konjugiertem und nicht konjugiertem Peptid führen kann, das im UV-Chromatogramm nur dann sichtbar wird, wenn die Trennung ausreichend ist.

Dokumentation und Chargenrückverfolgbarkeit

Eine belastbare Dokumentation nennt die Variante, die gemessene Masse, die Methode und den Chargenbezug. Fehlt eine dieser Angaben, ist die Zuordnung eines Dokuments zu einer konkreten Probe nicht möglich.

Lagerung und Stabilität

Lyophilisiertes Material ist trocken, lichtgeschützt und gekühlt zu lagern; für längere Laborbestände ist minus 20 Grad Celsius üblich. Wiederholte Frier-Tau-Zyklen sind zu vermeiden. Die Angaben betreffen ausschließlich die Handhabung von Laborsubstanzen.

Weiterführende Research-Ressourcen

Zugehörige Katalogprodukte

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